#Standort(zukunfts)fit

7 tion: Gerade im internationalen Maßstab gesehen bedürfen kleine Regionen wie die Steiermark eines gesamthaften Auftrittes nach außen, um als Stand- ort wahrgenommen zu werden. Mittelfristig ist auch an eine gemeinsame Bewerbung des Standortes Südösterreich zu denken, denn spätestens mit Inbe- triebnahme der Koralmbahn im Jahr 2026 wird die- ser Aspekt notwendig werden (Graz-Klagenfurt: 45 Minuten zeitliche Distanz). Süd-Achse Steiermark–Kärnten: Ausbau der bundesländerübergreifenden Kooperation zwischen Steiermark und Kärnten In Anbetracht der enormen ökonomischen Potenziale, die sich aus der Fertigstellung der Koralmbahn erge- ben, muss der Wirtschaftsraum, in den die Steiermark eingebettet ist, neu definiert werden, da es zu einer noch stärkeren wechselseitigen Verschränkung des Arbeits- und Wirtschaftsraumes sowie der Lebensräu- me kommt. Diese Verschränkung gilt es bestmöglich zu nutzen. Dazu braucht es allerdings ein gesteigertes Maß an Kooperation und Abstimmung zwischen den beiden Bundesländern. Ein erstes wegweisendes ge- meinsames Projekt ist mit dem Mikroelektronik-Cluster „Silicon Alps“ bereits in Umsetzung. Weitere Kooperati- onspotenziale, die relativ rasch gehoben werden könn- ten, liegen in den Bereichen Raumplanung, Daseins- vorsorge sowie im Bereich Forschungs- und Technolo- giepolitik, die viele Komplementaritäten bereithalten, die beiderseitig Vorteile mit sich bringen. Wider den Fachkräftemangel oder: Neue Wege in der Arbeitsmarktpolitik Die Herausforderung. Der Fachkräftemangel in der Steiermark hat sich in fast allen Branchen und Regio- nen in den letzten Jahren verstärkt und entwickelt sich für viele Unternehmen immer mehr zum Hindernis für wirtschaftlichen Erfolg. Er wird mit Blick auf die de- mografische Entwicklung auch weiter zunehmen. Laut den Bevölkerungsdaten der Statistik Austria hat die Zahl der 20- bis 60-Jährigen ihren Höhepunkt erreicht. Ab dem heurigen Jahr wird die Zahl abnehmen und bis zum Jahr 2030 in der Steiermark um mehr als 50.000 Personen zurückgehen (Stichwort: Demografische Lü- cke). Das Thema wird uns daher auch bei schwacher Konjunkturlage weiter erhalten bleiben. Es gilt daher das vorhandene Fachkräftepotenzial im In- und Ausland gezielt zu mobilisieren und die Unternehmen bei der Deckung ihres individuellen Fachkräftebedarfs best- möglich zu unterstützen. Die Auswirkungen der Digitalisierung auf den zukünfti- gen Arbeitsmarkt werden vielfältig sein. Fakt ist, dass sich Berufsfelder und Tätigkeitsprofile massiv verän- dern werden. Neue Arbeitsplätze werden geschaffen, andere werden nicht mehr benötigt. Generell gehen wir jedoch davon aus, dass durch den Einsatz digitaler Technologie ein positiver Nettoeffekt hinsichtlich der Beschäftigung in der Steiermark zu erwarten sein wird. Strategische Fachkräfteoffensive umsetzen Sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene gilt es mit gezielten Maßnahmen dem Fachkräftemangel ent- gegenzuwirken. Die Handlungsfelder umfassen folgen- de Bereiche: ҾҾ Qualifizierung ҾҾ Aktivierung und Sicherung von Beschäftigung ҾҾ Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ҾҾ Nutzung der Zuwanderungspotenziale ҾҾ Integration gesundheitlich beeinträchtigter Arbeit- nehmer In der Steiermark selbst gibt es eine Reihe von Ar- beitsmarktinitiativen, deren Umsetzung dazu beitra- gen sollte, dass zum einen die Fachkräfteproblematik zumindest abgefedert werden kann und zum anderen Effizienz- und Effektivitätssteigerungspotenziale geho- ben werden. ҾҾ Kooperatives Programm budgetär aufstocken und Mittel fokussieren: Die Beteiligung des Lan- des an den Maßnahmen des AMS sollte einerseits monetär ausgeweitet und andererseits inhaltlich stärker auf wirtschaftsnahe Maßnahmen fokus- siert werden. Andere Bundesländer wie z.B. Ober- österreich können diesbezüglich als „Best Practice“ herangezogen werden. Konkret muss zukünftig der Schwerpunkt auf die Qualifizierung von Fachkräften gelegt werden, um nachhaltige Erfolge am Arbeits- markt erzielen zu können. ҾҾ Unternehmensnahe Ausbildungen ausweiten: In den letzten Jahren wurden in der Steiermark Schu- lungen in Kooperation mit Unternehmen im Rahmen von AQUA (Arbeitsplatznahe Qualifizierung) oder Implacement-Stiftungen sehr erfolgreich umge- setzt. Dieser Ansatz gehört gestärkt und weiter aus- gebaut. Diese Programme bieten Unternehmen die Chance, qualifiziertes Personal für ihre individuellen Anforderungen auszubilden. ҾҾ Überregionale Vermittlung ausbauen: Die Mobi- lisierung des vorhandenen Arbeitskräftepotenzials soll durch eine verstärkte überregionale Vermittlung

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