#Standort(zukunfts)fit

5 So macht man einen (Wirtschafts-)Standort zukunftsfit Die Herausforderung. Ein neues Zeitalter ist ange- brochen. Ein Zeitalter, das von Globalisierung, Digita- lisierung, existenziellen ökologischen und sozialen He- rausforderungen und von hohem Tempo geprägt ist. Was braucht dieses Zeitalter? Wir sind überzeugt: Die wesentliche Eigenschaft der Zukunft heißt Selbständig- keit. Folgerichtig ist unser gesellschaftliches Ziel, dass Menschen selbständig und selbstverantwortlich sein können. Menschen, die entscheiden, Risiko abschätzen, die Komfortzonen verlassen und unternehmen statt un- terlassen. Was kann in diesem Zusammenhang die Standortpo- litik leisten? Sie kann die Basis liefern, die diesem An- satz entspricht. Zu dieser Basis gehören moderne und leistungsfähige Transportwege und eine sichere und günstige Energieversorgung. Dazu gehört ferner auch, neue Modelle der Standortentwicklung anzudenken und den Blick über die Landesgrenzen hinaus zu schärfen und den Standort größer zu denken. Infrastruktur als Rückgrat des Wirtschaftsstandorts Straßen-, Schienen-, Flug- und IKT-Infrastrukturein- richtungen sind Lebensadern für die Wirtschaft. Die Fertigstellung des Semmeringbasistunnels und der Koralmbahn wird den Standort Steiermark ab 2026 infrastrukturell massiv aufwerten und vor allem den Wirtschaftsraum Süd, sprich Kärnten und Steiermark, näher zusammenführen. Die strategisch gute Lage der Steiermark auf der Baltisch-Adriatischen Achse mit di- rekten Zugängen zu den Südhäfen ist ein Kapital, des- sen volle Nutzung aber von der Beseitigung noch be- stehender Engpässe in Richtung Norden abhängt. Des- halb muss der Ausbau der Pyhrnachse, vorrangig durch den Bau eines neuen Bosruck-Tunnels, rasch in Angriff genommen werden. Durch das Verlagerungspotenzial auf die Schiene können damit 20.000.000 Kilogramm CO 2 per annum eingespart werden. Auch im Autobahn- bereich gibt es aufgrund der Zunahme des Lkw- und Pendlerverkehrs Engpässe. Die Leistungsfähigkeit der steirischen Infrastrukturen stößt zunehmend an ihre Grenzen, wie die zahlreichen Tunnelsperren in den letz- ten beiden Jahren eindrucksvoll verdeutlicht haben. Die Rolle des öffentlichen Verkehrs gilt es neu zu definieren und neu zu denken. Auch hier gibt es vielversprechende Ansätze, die weiterverfolgt werden müssen. Ҿ Ҿ Ausbau der Pyhrn-Schober-Achse: Ein durchge- hend zweigleisiger Ausbau der Pyhrn-Schober-Ach- se mit einem neuen, flacheren Bosruck-Eisenbahn- tunnel – Planungen und UVP-Verfahren – sollte unverzüglich in Angriff genommen werden. Parallel dazu gilt es auf europäischer Ebene die funktio- nal getrennte Tauern-/Pyhrn-Schober-Achse in das Kernnetz der europäischen Kommission (TEN-T-Kor- ridore) aufzunehmen. Ҿ Ҿ Ausbau der Schieneninfrastruktur zwischen Graz und Bruck/Mur: Mit einer Kapazitätserwei- terung auf der Schiene und einem Fahrtzeitgewinn im Abschnitt Graz – Hochsteiermark bzw. Bruck a.d. Mur/Leoben/Kapfenberg für den Personenverkehr wird nicht nur die Südbahn weiter attraktiviert, son- dern auch ein Zusammenwachsen der zwei wert- schöpfungsstärksten Regionen der Steiermark vo- rangetrieben. Ҿ Ҿ Modernisierung und Ausbau der Steirischen Ostbahn: Mittelfristig ist die Elektrifizierung der Bestandsstrecke anzustreben, langfristig sollte eine neue Trasse entlang der A2 zwischen Gleisdorf und Graz gesichert und ein UVP-Verfahren zur Koralm- bahnintegration auf Höhe des Flughafens Graz ini- tiiert werden. Ein weiterer wichtiger Schritt für die Oststeiermark ist die verbesserte Schienenanbin- dung des Bezirkes Hartberg-Fürstenfeld sowie die Fokussierung auf eine Hebung der Erreichbarkeit al- ler regionalen Zentren in der Region. Im Bereich der Regionalbahnen sollten überdies neue Technologien im Bereich des Antriebs geprüft werden (z.B. Was- serstofftechnik). Ҿ Ҿ Ausbau der Schnellbahnverbindungen in Rich- tung Maribor: In Anbetracht des ständig steigen- den Pendlerverkehrs zwischen Slowenien und der Steiermark gilt es auch das Schnellbahnsystem in Richtung des Nachbarlandes zu erweitern. Ҿ Ҿ Ausbau des hochrangigen Straßennetzes: Dazu gehört ein durchgängiger dreispuriger Ausbau der A9 von Graz Richtung Slowenien sowie der A2 von Gleisdorf nach Hartberg. Zudem gilt es, zusätzliche Anschlussstellen gemeinsam mit der ASFINAG im Bereich Leibnitz, Graz-Umgebung und Bruck/Mur zu prüfen. Die Fertigstellung der Lückenschlüsse auf der S36 und der S7 sollte ebenfalls zügig erfolgen. Ҿ Ҿ Kofinanzierung von Infrastruktur durch den Bund in Graz: Das Land Steiermark sollte sich stärker für Kofinanzierungen des Bundes bei Stra- ßenbahnprojekten in Graz einsetzen. Das starke Bevölkerungswachstum von Graz/Graz-Umgebung muss dabei Berücksichtigung finden. Zudem sollte die E-Ladeinfrastruktur in der Landeshauptstadt in den kommenden Jahren ausgebaut werden. Ҿ Ҿ Mobilitätsknoten Graz & Ausbau des Mikro-ÖV: Das Konzept der Mobilitätsknoten in Graz sollte auf die regionalen Zentren sowie in Richtung Flughafen Graz schrittweise ausgeweitet werden, ebenso soll- ten Mikro-ÖV und City-Logistik-Konzepte nachhaltig in der gesamten Steiermark etabliert werden. Die

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