#Standort(zukunfts)fit

18 auf hochqualifizierte ausländische Fachkräfte ange- wiesen. Aufgrund des Familiennachzuges ist daher im Kampf um die besten Köpfe das Vorhandensein von englischsprachigen Bildungseinrichtungen – vom Kindergarten bis hin zur Sekundarstufe II – ein wesentlicher Standortfaktor. Nachhaltigkeit oder: Was wir wirklich tun können, um Umwelt & Klima zu schützen Die Herausforderung. Nachhaltigkeit und Wirtschafts- wachstum gehen längst Hand in Hand, womit sich für die steirischen Unternehmen sowohl Chancen als auch Risiken ergeben. Neben der Daueraufgabe, die Chancen möglichst optimal zu nutzen und die Risiken zu minimie- ren, besteht die größte Herausforderung für Unterneh- men darin, die zukünftige Entwicklung so zu gestalten, dass die Anpassungen mit den Veränderungen Schritt halten können und auch für künftige Generationen eine lebenswerte Umwelt sichergestellt wird. Für Österreich und das Land Steiermark ist das größte Risiko, den an- gesiedelten Unternehmen nicht die notwendigen Ent- wicklungsmöglichkeiten anbieten zu können. Umwelt- schutz ist in Österreich heute eine wichtige Triebfeder für Innovationen, die unsere Wettbewerbsfähigkeit auf den Märkten sichert. Zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Stei- ermark gehören ein hohes Schutzniveau für die Umwelt und die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Das Motto muss sein: Die steirische Wirtschaft ist zu klein, um das Klima zu retten, aber groß genug, um die Innovationen für die ganze Welt zu liefern. Uns ist durchaus bewusst, dass wir in Österreich mit ei- nem Anteil von 0,2 Prozent an den Weltemissionen nicht das Klima retten werden – aber als Top-Eco-Standort können wir entscheidende Beiträge dazu leisten, an- deren Ländern und Regionen nachhaltiges Wirtschaf- ten zu erleichtern. Der Export von innovativen Klima- schutz-Technologien und -Lösungen ist ein Gewinn für unsere Unternehmen, ihre Beschäftigten und für den globalen Klimaschutz. Von den 6,1 Milliarden Euro, die unsere österreichischen Unternehmen in F&E investie- ren, entfällt ein beachtlicher Anteil auf Investitionen rund um nachhaltige Technologien. Damit der Green- Tech-Bereich weiter ausgebaut werden kann, benötigt es gezielte Unterstützung für Forschung & Entwicklung sowie einer Innovationsförderung. Steirische Unternehmen brauchen faire Rahmenbedingungen Ҿ Ҿ Klares Bekenntnis der steirischen Landespo- litik zum Ausbau erneuerbarer Energieträger: Wird das Land (Steiermark sowie Österreich) bei der Erreichung der Klimaschutzziele mit konkreten Projektplänen unterstützt und in den Ausbau er- neuerbarer Energieträger investiert, muss sich die steirische Landespolitik auch medial voll und ganz für die Schaffung einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz aussprechen – auch wenn Anrainer, Um- weltschutzorganisationen, Umweltanwalt usw. ge- gen diesen Ausbau sind. Ҿ Ҿ Verfahrensbeschleunigung bei Genehmigungs- verfahren: Damit die Energieversorgung Öster- reichs bis 2050 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen realistisch wird, müssen Genehmi- gungsverfahren rund um den Ausbau erneuerbarer Energieträger bzw. der Infrastruktur beschleunigt werden. Dies beginnt im steirischen Baurecht bei z.B. kleinen Verfahren rund um PV-Anlagen und en- det bei UVP-Großverfahren. Ҿ Ҿ Erleichterung bei der Errichtung von PV-Anla- gen: Die Anzeigepflicht für PV-Anlagen auf Gebäu- den muss entschärft werden, damit der Umstieg auf erneuerbare Energieträger für Haushalte und Klein- unternehmer erleichtert wird. Ҿ Ҿ Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 (KESS 2030): Die im Jahr 2018 beschlossene Stra- tegie und die darauf aufbauenden Aktionspläne müssen stets mit dem Zielquartett „Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit, Leistbarkeit und Wettbe- werbsfähigkeit“ in Einklang stehen. Ҿ Ҿ Sachprogramm Wind (SAPRO) zukunftsfit ma- chen: Damit in der Steiermark die Windkraftkapazi- tät im Sinne der beschlossenen Klima- und Energie- strategie Steiermark (KESS 2030) weiter ausgebaut werden kann, müssen die aktuell ausgewiesenen Vorrangs-/Eignungszonen ausgeweitet werden. Da- rüber hinaus muss das Intervall für weitere Evaluie- rungen von fünf auf drei Jahre gesenkt werden, um rascher auf neue Anforderungen reagieren zu kön- nen. Ҿ Ҿ Forcierung der Kreislaufwirtschaft in der Stei- ermark: Für die Entwicklung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft in der Steiermark ist die Anwen- dung von Bestbieterausschreibungen unverzichtbar. Bieter, die bei der Sammlung/Behandlung/Verwer- tung Umweltschutzaspekte stärker berücksichtigen, sollen bevorzugt werden. Im Bereich der Vergabe- verfahren müssen daher neben dem Preis umwelt-

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