#Standort(zukunfts)fit

13 Digitalisierung & Innovation: Nur wer anders denkt, verändert die Welt Die Herausforderung. Die Steiermark gilt als eine der innovativsten Regionen weltweit, die F&E-Quote beträgt bei Ausgaben von 2,32 Milliarden Euro rund fünf Prozent. Die Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft funktionieren gut, 19 von 42 öster- reichischen Kompetenzzentren haben ihren Hauptsitz in der Steiermark. Die steirischen Cluster ergänzen die F&E-Politik entlang strategischer Stärkefelder im Spitzensegment. Im Mikroelektronik- und im Mo- bilitätsbereich sowie im Umwelttechnologie- und Li- fe-Science-Sektor gibt es einige Erfolgsbeispiele. Ne- ben diversen Start-ups und internationalen „Marktfüh- rern“ gilt es aber auch, die KMU-Basis entsprechend zu berücksichtigen. Damit die derzeit hohe F&E-Kom- petenz in der Steiermark gesichert bleibt und von den Leitbetrieben bis zum EPU genutzt werden kann, sind die Rahmenbedingungen entsprechend anzupassen. Neben dem gezielten Ausbau des Bildungs- und Infra- strukturbereiches muss auch die internationale Aus- richtung der Steiermark gewährleistet bleiben. Damit die Chancen der Digitalisierung auch flächendeckend genutzt werden können, ist der Breitbandausbau weiter voranzutreiben. Folgende Aspekte einer erfolgreichen Innovations- und Technologiepolitik sind aus Sicht der WKO Steiermark in Zukunft zu berücksichtigen: COMET-Zentren langfristig mittels Sonderdotierung absichern Das COMET-Programm ist in der Steiermark eine fast beispiellose Erfolgsgeschichte. Auf Basis dieses Pro- grammes ist es gelungen, imwirtschaftsnahen F&E-Be- reich die Steiermark als Top-Standort in Österreich zu etablieren. So wurden mit einem Landesmittelanteil von 140 Millionen Euro, der einem Sonderbudget ent- sprungen ist, Folgeinvestitionen im Ausmaß von rund einer Milliarde Euro generiert. Für die kommenden Jah- re sind die Landesmittel nicht gesichert. Daher ist im nächsten Landesbudget eine weitere Sonderdotierung in einem ähnlichen Ausmaß wie bisher sicherzustellen, um das Erfolgsprogramm COMET in der Steiermark er- folgreich weiterzuführen. Wissens- und Technologietransfer: Internationale und nationale Sichtbarkeit durch Leuchtturmprojekte und Kooperationen erhöhen Damit die Steiermark im internationalen Kontext noch stärker als Innovationsregion wahrgenommen wird, sind Projekte wie das ZWT (Zentrum für Wissens- und Technologietransfer) bzw. ZWI (Zentrum für Wissens- und Innovationstransfer) noch größer auszurichten und kapitalmäßig auszustatten, um eine Leuchtturmfunkti on zu erlangen. Thematisch sollten die Zentren techno- logieorientiert und auf die Stärkefelder der Steiermark ausgerichtet sein. Geeignete Standorte könnten die Umgebung der TU Graz sowie der Montanuniversität in Leoben sein. Die Zusammenarbeit mit Kärnten, die im Mikroelekt- ronikbereich mit „Silicon Alps“ ihren Ursprung hat, ist auszuweiten, aber auch mit den anderen Bundeslän- dern (z.B. Wien, Oberösterreich) sind F&E-Kooperatio- nen zu vertiefen. Die internationale Vermarktung der bestehenden Einrichtungen (ZWI ab 2020) muss eben- so gezielt vorangetrieben werden. Das Erfolgsprojekt Science Fit, das den Technologie- transfer von den Hochschulen in Richtung KMU zum Ziel hat, sollte langfristig abgesichert werden. Der för- dertechnische Hebel in diesem Bereich ist beispielge- bend und trägt mit dazu bei, die Innovationsbasis ent- scheidend zu verbreitern. Start-up-Szene in Graz weiter forcieren – Kreativwirtschaft regional ausrollen Österreich schnitt zuletzt als internationaler Start-up- Hub eher schlecht ab. Graz hat als Universitätsstadt mit vielen jungen, gut ausgebildeten Leuten großes Po- tenzial in diesem Bereich. Damit gute Ideen in Zukunft noch besser gedeihen können, ist eine gezieltere Zu- sammenarbeit der Stadt Graz, des Landes Steiermark sowie der WKO Steiermark, der Industriellenvereini- gung und der Forschungs- und Bildungseinrichtungen anzustreben. Die Vernetzung zwischen Großbetrieben und Start-ups ist in der Steiermark noch ausbaufähig, das Land Steiermark bzw. die Stadt Graz könnten hier eine Initiative mit ausgewählten Leitbetrieben starten. Diverse Aktivitäten müssen gebündelt und unter einer Dachmarke zusammengefasst werden. Die Organisa- tion regionenübergreifender Aktivitäten (z.B. im Al- pe-Adria-Raum) in Graz könnte ebenso ein Vehikel für die Steigerung des Bekanntheitsgrades von Graz bzw. der Steiermark als Innovations- und Technologiestand- ort sein. Im Finanzierungsbereich ist darauf zu achten, dass regionales Risikokapital verfügbar gemacht werden kann. Ein Zusammenbringen steirischer bzw. südöster- reichischer Investoren mit steirischen bzw. südösterrei- chischen Start-ups ist hier anzustreben. Dazu könnte eine regionale Matchmaking-Plattform (ein Markt für Ideen) mit Unterstützung und auf Initiative des Landes aufgebaut werden. Die Ausrichtung der Kreativwirtschaft ist fast aus- schließlich auf Graz fokussiert, in den größeren regi- onalen Zentren sollte mit Unterstützung des Landes

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