Table of Contents Table of Contents
Previous Page  7 / 24 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 7 / 24 Next Page
Page Background

5

Bei der letzten Mobilitätserhebung im Jahr 2013 hat sich der „

modal split“

im Ver-

gleich zum Jahr 2008 nicht maßgeblich verändert. Langfristig lässt sich beobach-

ten, dass der Anteil des zu Fuß Gehens rückläufig ist und der ÖV- und Fahrradanteil

marginal zunehmen, während der MIV-Anteil (hier Summe aus Fahrer und Mitfahrer,

rote und rosarote Balken in der Grafik unten) beinahe unverändert bleibt bzw. zuletzt

sogar zugenommen hat. Die Zielsetzung, den MIV, der über die letzten 30 Jahre vom

Anteil am Gesamtverkehr her konstant bei 45% und mehr blieb, auf ein Drittel oder

weniger zu reduzieren, erscheint jedenfalls sehr ambitioniert. Dies gilt umso mehr,

wenn man die neuen technologischen Möglichkeiten in Verbindung mit dem auto-

nomen Fahren berücksichtigt, denn der autonome MIV wird (für Pendler) in Zukunft

auch in direkter Konkurrenz zum ÖV stehen. Andererseits kann der ÖV im innerstäd-

tischen Verkehr selbst durch die Automatisierung revolutioniert und attraktiver wer-

den – so kann im Lückenschluss des letzten Kilometers ein Schwarmsystem ohne

fixe Linienführungen im innerstädtischen Bereich als Ergänzung zum traditionellen

ÖV ein Konzept für einen „autonomen Mikro-ÖV“ sein.

Abbildung 3: Modal Split im langfristigen Vergleich

Quelle: Stadt Graz, Fallast (2015).

Mit Spannung wird die neue Mobilitätserhebung der Stadt Graz für 2018 erwartet.

Aus Sicht der WKO Steiermark ist einleitend zu erwähnen, dass die politische Ziel-

setzung der Stärkung des Umweltverbundes grundsätzlich (und nicht nur aus um-

weltpolitischen Gründen) zu begrüßen ist, jedoch dazu wesentlich bessere Alterna-

tiven als bisher notwendig sind.

Kernargument für die formulierten Reduktionsziele beimMIV ist die angestrebte Re-

duktion der Luftschadstoffe, und hier insbesondere der PM10-Werte,

4

auf Basis des

Jahres 2010. Das daraus abgeleitete MIV-Reduktionsziel von 45% auf 37% ist immer

noch – unverändert seit nunmehr acht Jahren – aufrecht und wurde in die Zielvor-

gaben der Mobilitätsstrategie der Stadt Graz

5

übernommen. Obwohl sich die

Feinstaubsituation in den letzten Jahren verbessert hat (vgl. Tabelle 2), erfolgte

keine Anpassung dieses MIV-Reduktionszieles.

4

Vgl. Regionales Verkehrskonzept G-GU, S. 97 und 101.

http://www.verkehr.steiermark.at/cms/dokumente/10553958/432715aa/RVK_G-GU_Endbe-

richt.pdf

5

https://www.graz.at/cms/beitrag/10191191/8038228/Mobilitaetsstrategie_der_Stadt_Graz.html

Wenig Änderung

beim Mobilitätsver-

halten der

Bevölkerung