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INSTITUT FÜR WIRTSCHAFTS- UND STANDORTENTWICKLUNG

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Die EU-Fördermaßnahmen wurden bislang in der Steiermark gut angenom-

men, so z.B. LEADER aus dem ELER-Fonds zur Entwicklung ländlicher

Räume und das grenzüberschreitende INTERREG-Programm. Dabei leisten

die EU-Regionalmanagementorganisationen der steirischen Regionen einen

wichtigen Beitrag zur endogenen Regionalentwicklung.

Im Kulturbereich konnte sich insbesondere Graz auszeichnen und wurde im

Jahr 2003 zur Kulturhauptstadt Europas ernannt.

Die Steiermark war im Jahr 2013 gemeinsam mit den Regionen Nord-Pas-

de-Calais (Nordostfrankreich) und Süddänemark Europäische Unternehmer-

region.

Im Transport- und Logistikbereich kann die Steiermark von der Entwicklung

der transeuropäischen Netze (TEN) – insbesondere dem Baltisch-Adriati-

schen-Kernnetzkorridor mit dem Semmering-Basistunnel und der Koralm-

bahn – profitieren. Bei der nächsten TEN-Revision im Jahr 2023 könnte die

Aufnahme der Pyhrn-Schober-Achse gemeinsam mit der Tauernachse ins

TEN-Kernnetz gelingen (Kienzler 2018, S. 2).

Für die Steiermark lebt weiterhin die Chance, sich als aktive Drehscheibe in

der Zukunftsregion Süd-Ost zu positionieren.

3.2

Die steirischen Außenhandelsströme

In den 23 Jahren nach dem EU-Beitritt hat sich die Steiermark als innovatives Land

mit einer Reihe von technologisch hochwertigen Produkten einen Namen gemacht.

Die Absatzmärkte befinden sich daher eher in wirtschaftlich leistungsfähigen Län-

dern. Außenhandel findet dabei immer mehr auf globaler Ebene statt, wobei die

Sprungbrettfunktion des europäischen Binnenmarktes eine wesentliche Rolle spielt

(z.B. Automobilzulieferexporte nach Deutschland, wobei dann fertige Autos mit stei-

rischen Komponenten von Deutschland in die USA exportiert werden). Die EU-Mit-

gliedschaft sowie die gemeinsame Währung waren bei der Performance im Außen-

handel indirekt entscheidend. Durch den Euro konnte der Wechselkurs relativ stabil

gehalten und die Transaktionskosten im Handel erheblich gesenkt werden. Zudem

fungiert die Mitgliedschaft zur EU bzw. Währungsunion im internationalen Kontext

als eine Art Gütesiegel, was ebenfalls förderlich wirkt.

Die Entwicklung der Außenhandelsperformance der Steiermark ab dem Jahr 1995

wird in den nachfolgenden Abschnitten näher betrachtet. Dabei gilt es zu berück-

sichtigen, dass im Jahr 2010 aufgrund einer Änderung der Berechnungsmethode

ein Zeitreihenbruch stattgefunden hat. Aufgrund dessen kann der statistische Ver-

gleich nicht über die gesamte Zeitperiode von 1995 bis 2017 erfolgen, sondern

muss in zwei Bereiche aufgeteilt werden. Die Datenbasis für den ersten Abschnitt

von 1995 bis 2009 ist begrenzt. Bis zum Jahr 1999 stehen lediglich Daten zur Ge-

samtentwicklung seitens der Landesstatistik Steiermark zur Verfügung. In weiterer

Folge wird der Außenhandel der Steiermark (Ausfuhren, Einfuhren und Saldo bzw.

Handelsbilanz

3

) nach der Berechnung von Statistik Austria dargestellt.

3

Die Handelsbilanz nach den Zahlen der Statistik Austria ist nicht ident mit der offiziellen Handelsbi-

lanz der Zahlungsbilanz laut OeNB, da von der OeNB hier noch Bereinigungen vorgenommen werden.

Sprungbrettfunktion

des europäischen

Binnenmarktes we-

sentlich für Handel

auf globaler Ebene