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INSTITUT FÜR WIRTSCHAFTS- UND STANDORTENTWICKLUNG

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„Seit 2002 hat Österreich einen Leitungsbilanzüberschuss von durch-

schnittlich 2,4 % des BIP verzeichnet. Maßgeblich für diese Entwicklung

waren die deutlich höheren Güterexporte, die im Durchschnitt der letzten

15 Jahre dazu führten, dass der Gütersaldo ausgeglichen war. Die grenz-

überschreitende Nettovermögensposition gegenüber dem Ausland drehte

dadurch von einer Verpflichtungsposition in eine Forderungsposition. Der

Expansion der realwirtschaftlichen Bruttoströme folgten auch die grenz-

überschreitenden Finanztransaktionen. Die grenzüberschreitenden Vermö-

gensbestände erreichten ein Volumen des 2,3-fachen des BIP. Jeder dritte

Euro des gesamten Finanzvermögens aller inländischen Akteure war zum

Jahresende 2017 in ausländischen Vermögenswerten platziert.“ (Andre-

asch 2018, S. 67)

In Summe haben sich die Güterexporte (Ausfuhren) in Österreich seit dem Jahr

1995 von 42,2 Mrd. € auf zuletzt 141,9 Mrd. € erhöht, die Bedeutung des Außenhan-

dels hat stark zugenommen. So ist etwa die Exportquote im weiteren Sinn (i.w.S.) –

Waren- und Dienstleistungsexporte gemessen am BIP – von rund 34 % (1995) auf

54 % (2017) rasant angestiegen und liegt nun über dem EU-Durchschnitt. Die Export-

quote im engeren Sinn (i.e.S.) – ausschließlich Güterexporte gemessen am BIP –

hat sich ebenso stark positiv entwickelt: Der Anteil der Warenexporte am Bruttoin-

landsprodukt verzeichnete von 1995 bis 2017 einen Anstieg von rund 23 % auf 38 %.

Auch die Importquote – Importe im Verhältnis zum BIP – erhöhte sich im Betrach-

tungszeitraum von knapp über 30 % (1995) auf zuletzt über 50 % (2017). Österreich

ist es in den letzten Jahrzehnten zudem gelungen vom Technologieimporteur zum

Technologieexporteur aufzusteigen.

Abbildung 1: Österreichs Leistungsbilanz von 1955 bis 2015 nach Teilkomponenten

Quelle: Andreasch 2018, S. 52.

Eine Zunahme der internationalen Vernetzung Österreichs ist darüber hinaus auf der

Kapitalseite erkennbar: Seit der Einführung des Euro im Jahr 1999 haben sich die

grenzüberschreitenden Kapitaltransaktionen merklich beschleunigt. Wertpapier-

käufe und der Erwerb von Anleihen sowie Unternehmensbeteiligungen (Direktinves-

titionen) haben auf der Aktiv- und Passivseite deutlich zugenommen (Andreasch

2018, S. 52). Für das verstärkte ausländische Engagement in inländischen Wertpa-

Österreichs Aufstieg

vom Technologieim-

porteur zum Tech-

nologieexporteur

Internationale

Vernetzung nahm

auch kapitalseitig zu